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Rücken-Basiswissen


Die Wirbelsäule

ruecken_basis_1Beschwerden und Erkrankungen, die mit der Wirbelsäule zusammenhängen, sind besser verständlich, wenn man sich den Aufbau der Wirbelsäule und der sie haltenden Strukturen verdeutlicht.

Dazu gehören neben der Wirbelsäule mit ihren knöchernen Elementen und Bandscheiben eine ganze Reihe von Gelenken, Muskeln und Bändern, die sowohl direkt als auch indirekt mit der Wirbelsäule zusammenhängen.

Betrachtet man die Wirbelsäule von vorne oder hinten, steht sie gerade. Bei der seitlichen Be-trachtung erkennt man, dass sie mal nach vorne, mal nach hinten geschwungen ist. Diese Bögen können unterschiedlich stark ausgebildet sein. Unterteilt wird die Wirbelsäule in die Abschnitte Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Weiter fußwärts schließen sich Kreuz- und Steißbein an. Im Bereich des Kreuzbeins hat die Wirbelsäule beidseitig Kontakt mit dem Beckenknochen, der das Gewicht des Oberkörpers und Leibes auf die Beine überträgt.

 

 

 

 

 

 

Wirbel und Bandscheiben

ruecken_basis_2Die Wirbelsäule setzt sich aus einzelnen Knochen, den Wirbeln, zusammen. Während die Halswirbelsäule aus sieben Wirbeln aufgebaut ist, besteht die Brustwirbelsäule aus zwölf und die Lendenwirbelsäule aus fünf Wirbeln. Jeder Wirbelknochen besitzt einen kompakten Wirbelkörper, der die wesentliche Last zu tragen hat. Zwischen den übereinander angeordneten Wirbelkörpern befinden sich, mit Ausnahme der zwei oberen Segmente, die „berüchtigten“Bandscheiben, die einen stoßdämpfenden Effekt haben und die Beweglichkeit der Wirbelsäule ermöglichen.

 

 

 

 

 

 

ruecken_basis_3Die Bandscheiben haben eine knorpelige Struktur und bestehen zu einem großen Teil aus Wasser.
Im inneren Bereich sind das bis zu 90 %. Im Laufe eines Tages sowie mit zunehmendem Alter nimmt dieser Wassergehalt kontinuierlich ab. Während in jungen Jahren Wasser und Nährstoffe bei Ruhe und Entlastung wieder einströmen und damit die ursprüngliche Elastizität wiederherstellen, verlieren die Bandscheiben mit zunehmendem Alter diese Fähigkeit zur Regeneration. Das ist der Grund dafür, warum man abends etwas kleiner ist als morgens und im fortgeschrittenen Alter sogar permanent an Körpergröße verliert.
Der Wirbelkörper hat zwei nach hinten gerichtete knöcherne Halbbögen, die sich zu einem Dornfortsatz vereinigen. Die Dornfortsätze kann man in der Mitte des Rückens unter der Haut ertasten. Mit diesen geschlossenen Bögen bilden die Wirbel einen Kanal vom Kopf bis zum Kreuzbein, in dem geschützt das Rückenmark und die in den Körper austretenden Nerven verlaufen.

Seitlich an diesen Bögen gibt es nach oben und unten stehende Knochenfortsätze mit kleinen Gelenkflächen, die mit den Fortsätzen der darüber oder darunter liegenden Wirbel die so genannten kleinen Wirbelgelenke bilden. Bänder an den Vorder- und Rückseiten der Wirbelkörper, die vom Kopf bis zum Becken verlaufen, verbinden die Knochenfortsätze der einzelnen Wirbelsegmente miteinander. Sie dienen als passive Stabilisatoren der Bewegungsbegrenzung und Haltungsunterstützung.

Muskel- und Gelenksystem

ruecken_basis_4Ein komplexes Muskel-und-Bänder-System sorgt für die Stabilisierung der Wirbelsäule sowie für fein abgestufte Bewegungsmöglichkeiten. Die Haltung wird auch von der Bauchmuskulatur mitbestimmt. Im Wechselspiel mit der Rücken- und der beckenaufrichtenden Muskulatur hilft sie, den Rumpf richtig und schmerzfrei zu halten. Die einzelnen Wirbelsäulenabschnitte sind unterschiedlich beweglich. Während man die Brustwirbelsäule nur wenig vor- oder zurükkneigen kann, ist die Lendenwirbelsäule um die Drehachse kaum beweglich.Über die Beweglichkeit der Wirbelsäule kann man sich leicht täuschen. Versucht man sich mit durchgedrückten Knien und steifem Rücken nach vorne zu beugen, stellt man fest, dass man allein durch das Beugen der Hüftgelenke fast mit den Fingern an den Boden kommt. Die Bewegung im Hüftgelenk ist also ein wichtiges Element der Rumpfbeugung nach vorn. Das zeigt, wie entscheidend die Beweglichkeit der Hüft- und Beingelenke sowie die Stellung des Beckens für die korrekte Halt